Ernst Hermanns und sechs Preisträger aus siebzig Jahren. 70 Jahre junger westen

25. März bis 24. September 2017

1947 wird mit der Ausstellung „Junge Künstler zwischen Rhein und Weser“ der Grundstein für die Künstlergruppe junger westen gelegt.

Anlässlich des 70-jährigen Gründungsjubiläums erinnern sieben RuhrKunstMuseen von Februar 2017 bis April 2018 in einer städteübergreifenden Ausstellungsreihe an das Wirken dieser Künstler. Die Künstlergruppe wurde nach 10 Jahren freundschaftlich aufgelöst, der zeitgleich entstandene Kunstpreis wird weiterhin alle zwei Jahre ausgeschrieben. Im Museum DKM wird bis zum 24. September das Werk Ernst Hermanns in Beziehung zu Arbeiten sechs weiterer Preisträger aus der 70 Jahre währenden Geschichte des Kunstpreises gesetzt.

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Der Bildhauer Ernst Hermanns (1914–2000) war Gründungsmitglied der Künstlergruppe und 1951 Preisträger des gleichnamigen Recklinghäuser Kunstpreises. Hermanns präsentierte in der Show von 1951 die ersten Skulpturen in seinem Werk, die kraftvoll in den Raum drängen und die Figuration überwinden. Mit diesen ersten abstrakten Plastiken findet Hermanns zu der Formsprache, die seine Arbeiten der nächsten Jahre entscheidend prägt.

Bis heute haben 46 Künstler den Preis erhalten, von denen Emil Cimiotti (*1927), Michel Sauer (*1949), Otto Boll (*1952), Stefan Kern (*1966), Heike Mutter/Ulrich Genth (*1969/*1971) und Gereon Krebber (*1973) in der Ausstellung vertreten sind. Alle Künstler sind Kunstpreisträger, in ihrer
Arbeitsweise unterscheiden sie sich erheblich. Dennoch zeigt die Ausstellung im Kleinen einen ausschnitthaften Überblick über die Entwicklung der Bildhauerei in Deutschland.

Emil Cimiotti (*1927) hat als einziger Künstler den Kunstpreis zwei Mal erhalten, 1957 für Bildhauerei und 1959 für seine Handzeichnungen. Michel Sauer (*1949) wurde Preisträger in der einmaligen Kategorie „Politische und gesellschaftliche Karikaturen“. Der Hermanns-Schüler Otto Boll (*1952) erhielt 1981 den Preis für Bildhauerei. Seine Schwebende Skulptur von 1980 entzieht sich der Wahrnehmung zahlreicher Besucher des Museum DKM durch ihre unscheinbare Präsentation. 1995 erhielt Stefan Kern (*1966) den Preis für Bildhauerei, 2001 war er an der Gemeinschaftsausstellung Echo’s Pool in der Galerie DKM beteiligt. Ulrich Genth (*1971) bildet seit 2003 mit Heike Mutter (*1969) ein Künstlerduo, dass für Duisburg die Landmarke Tiger and Turtle entworfen hat. 2001 hat er den Kunstpreis für Skulptur erhalten. Als Gereon Krebber (*1973) im Jahr 2007 den Kunstpreis erhielt, fand auch die erste Ausstellung des Düsseldorfer Akademieprofessors in der damaligen Galerie DKM im Duisburger Innenhafen statt.

Die Künstler eint, dass Sie den Kunstpreis junger westen erhalten haben, im Museum DKM wird hinterfragt, ob die Arbeiten der Künstler eine Aura des Kunstpreises verbindet.

Ernst Hermanns, WV 64 (Mehrförmige Plastik V)
© Stiftung Ernst Hermanns Archiv, Duisburg | Foto: Werner J. Hannappel